HaLT – Hart am LimiT in Hessen

HaLT – Hart am LimiT ist ein Präventions- und Interventionsprojekt, das auf eine veränderte Trinkkultur bei Jugendlichen reagiert. Insbesondere der Trend zum sogenannten Binge Drinking, also dem Alkoholkonsum bis zum Vollrausch, stellt europaweit ein zunehmendes gesundheitliches Risiko dar.
Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die durch exzessiven Alkoholkonsum auffällig geworden sind – etwa nach einer Alkoholvergiftung mit stationärer Aufnahme oder bei erkennbar riskantem Trinkverhalten. Ebenso können Eltern und andere erziehungsberechtigte Personen das Angebot in Anspruch nehmen. Ziel ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit dem Alkoholkonsum des Kindes zu gewinnen und frühzeitig weiteren Risiken vorzubeugen.
HaLT ist eine geeignete Anlaufstelle, wenn Kinder oder Jugendliche riskant Alkohol konsumieren oder ein einschneidendes Ereignis stattgefunden hat.
Risikoreiches Trinkverhalten bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich nicht nur durch einzelne Trinkmengen, sondern vor allem durch die Art und die Folgen des Alkoholkonsums. Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn Alkohol genutzt wird, um Stress, Probleme oder unangenehme Gefühle zu bewältigen oder wenn Kontrollverlust auftritt.
Hinweise auf ein riskantes Trinkverhalten können unter anderem sein:
- wiederholtes Trinken bis zur deutlichen Rauschwirkung oder zum Kontrollverlust,
- ein sehr schneller Alkoholkonsum („Binge Drinking“),
- körperliche Folgen wie Übelkeit, Erbrechen, Blackouts oder eine Alkoholvergiftung,
- Alkoholkonsum in gefährlichen Situationen, zum Beispiel durch die Nutzung des Straßenverkehrs mit einem E-Scooter unter Alkoholeinfluss,
- Regelverstöße, Konflikte in Familie, Schule oder Ausbildung im Zusammenhang mit Alkohol,
- Bagatellisierung oder Verharmlosung des eigenen Trinkverhaltens,
- Veränderungen im Verhalten, etwa Rückzug, Stimmungsschwankungen oder Leistungsabfall.
Ein einzelnes Ereignis muss dabei nicht zwangsläufig auf ein dauerhaftes Problem hinweisen. Gleichzeitig können bereits einmalige riskante Vorfälle Anlass sein, genauer hinzuschauen und Unterstützung anzubieten. HaLT setzt genau hier an: frühzeitig, präventiv und mit dem Ziel, gesundheitliche Risiken zu reduzieren und Jugendliche wie Eltern zu stärken. HaLT setzt da an, bevor ein Vorfall zu einem Problem wird.
HaLT bietet Jugendlichen, Heranwachsenden und ihren Eltern:
- kurzfristige Unterstützung durch Information und Beratung,
- Raum zur Reflexion des Geschehens und zur Auseinandersetzung mit den Trinkmotiven,
- Unterstützung bei der Entwicklung von Strategien für einen risikoarmen Konsum oder einen Ausstieg,
- Stärkung der Eigenverantwortung,
- bei Bedarf die Vermittlung in weiterführende Hilfen.
Zentrales Element des Projekts ist das sogenannte Brückengespräch, das zeitnah nach einem riskanten Ereignis oder einer Klinikaufnahme stattfindet. In diesem Gespräch werden die Umstände des Vorfalls, mögliche Belastungen sowie individuelle Motive thematisiert. Ergänzend kann ein Elterngespräch erfolgen.
Ein weiterer Baustein ist der Risikocheck, der im Einzel- oder Gruppensetting durchgeführt wird. Er vermittelt altersgerechtes Wissen zum Thema Alkohol und stärkt die Risikokompetenz der Teilnehmenden.
Seit 2012 ist ein Bereitschaftsdienst etabliert, der Jugendliche und ihre Familien direkt in den am Projekt beteiligten Kliniken aufsucht. Dadurch wird eine enge und verlässliche Zusammenarbeit zwischen dem Frankfurter Gesundheitssystem und der Suchthilfe ermöglicht.
Jugendliche und Familien mit weitergehendem Unterstützungsbedarf können im Anschluss an das HaLT-Projekt über einen längeren Zeitraum begleitet und bei Bedarf in weiterführende Hilfen angebunden werden.
Die Ansprechpartnerin
Frankfurt - Reaktiv
Stephanie Melenk
Musikantenweg 39 - 60316 Frankfurt
Fon 069 943303-15
Mail: hartamlimit@jj-ev.de